WISSEN ÜBER MEERSCHWEINCHEN

 

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Haltung von Meerschweinchen

 

Grundlegendes

 

Ein Meerschweinchen (Meeri), kann ohne weiteres 8-10 Jahre alt werden. In dieser Zeit will es immer gefüttert werden und der Käfig muss gereinigt werden. Tierarztbesuche werden auch auf Sie zu kommen. Des weiteren gibt es eben Anschaffungskosten wie Gehege und die Tiere selber. Da wären dann auch noch die Futterkosten jeden Monat. Außerdem ist die Einzelhaltung gesetzlich verboten! Das heißt sie werden auf jeden Fall zwei Meeris haben. Damit sind wir auch schon bei der Frage, zwei Weibchen oder zwei Männchen, kastriert oder nicht? Darüber kann man sich streiten was die Beste Kombination ist und ob zwei Meeris überhaupt schon ein Rudel bilden?

Meiner Meinung nach bilden zwei Meeris kein Rudel, weil sie sich nach kurzer Zeit miteinander langweilen, sie haben sich einfach nichts mehr zu sagen. Ab drei Meeris würde ich sagen ist es ein Rudel. Die Meeris unterhalten sich viel mehr und rennen auch viel mehr um die Wette. Ganz Grundsätzlich umso größer das Rudel desto glücklicher sind die Meeris, wobei hier natürlich auch das Platzbedürfnis ansteigt.

Welche Kombinationen sind nun empfehlenswert?

Ganz Grundsätzlich, der Glaube es gäbe die Kombination wo es nicht ab und zu Meinungsunterschiede gibt ist völlig utopisch! Auch bei uns Menschen gibt es niemanden, mit dem man sich nicht doch irgendwann mal in die Wolle bekommt. Der Streit wird zwar unterschiedlich ausgetragen, aber gestritten wird überall .

Wer stinkt mehr oder weniger?

Ein Böckchen, wenn es als Zuchtbock eingesetzt wird und so regelmäßig sein Revier markiert um den Weibchen zu imponieren kann in der Tat leicht mehr riechen wie ein Weibchen. Jeder Bock der noch nie ein Weibchen gesehen hat, markiert nicht so ernsthaft, stinkt also auch nicht mehr wie ein Weibchen. Dasselbe gilt für Kastraten und Frühkastraten! Alle Meerschweinchen, egal welches Geschlecht fangen an riechen, wenn man den Stall nicht regelmäßig sauber macht. Würde wir nicht ständig duschen würden wir schließlich auch stinken, um den Meeris das stinken zu ersparen muss man eben einfach den Stall sauber machen, die Tiere selber stinken nämlich nicht, einfach mal am Fell riechen, da gibt es nichts und wieder nichts zu riechen, außer vielleicht Heu.

 

Weibchen-Weibchen:

Eindeutig die beliebteste Kombination, warum kann ich eigentlich nicht wirklich sagen, da Weibchen meist zickiger sind und somit für Kinder eher weniger geeignet, als Kastraten, die wesentlich friedlicher sind. Weibchen untereinander können sich genauso wie die Männchen ziemlich angiften. Da zudem noch weniger Weibchen wie Männchen auf die Welt kommen, ist es auch schwierig von einem Züchter zwei Weibchen zu bekommen. Hier könnte es schwierig werden ein weiteres Weibchen dazu zu setzen, einen Kastraten hingegen kann man ohne Probleme dazu setzen. Hier läuft man, je nachdem wo man das Meeri kauft Gefahr, dass man ein Weibchen und einen Bock bekommt oder das Weibchen bereits gedeckt ist (Zoohandlung, keine Geschlechtertrennung), möglicher Nachwuchs ist deswegen nicht auszuschließen.

 

Weibchen-Kastrat/Frühkastrat:

Diese Kombination ist nach der Kombi Weibchen-Weibchen auch sehr beliebt, eine sehr gute Lösung, da die Tiere ihr in einem gemischten Gruppe wie in der Natur leben können. Eine sehr unproblematische Konstellation. Hier kann man jeder Zeit ein weiteres Weibchen dazu setzen. Ein weiteren Kastraten kann man erst ab 5 Weibchen dazu setzen!

 

Kastrat/Frühkastrat/Bock-Kastrat/Frühkastrat:

Sehr unbeliebt, aber keiner weiß warum. Ein Kastrat (wurde nach der Geschlechtsreife kastriert) und ein Frühkastrat (wurde vor der Geschlechtsreife kastriert). Bock, ein potentes männliches Tier.

Der wirklich große Vorteil bei Kastraten/Frühkastraten ist, dass sie von Natur aus eher ruhiger sind (Hormone fehlen) und sich für Kinder besser eignen, da sie sich einfach halten lassen und nicht um sich zwicken und strampeln. Positiv hinzu kommt, dass Kastraten weniger zickig sind und schneller zahm werden. Bei vom Tierarzt kastrierten Tieren, gibt es gesichert keinen Nachwuchs.

Hier sind folgende Kombis gut machbar:

- Kastrat & Kastrat 

- Kastrat & Frühkastrat

- Frühkastrat & Frühkastrat

- Bock & nur Frühkastrat

   

 

Unterbringung

 

Es gibt die Möglichkeit Meerschweinchen im Haus zu halten oder eben draußen im Garten oder im Sommer draußen und im Winter drinnen.

 

Innenhaltung

Der Käfig muss Mindestmaße von 140cm auf 70cm aufweisen für 2 Meerschweinchen, da zwei Meeris einen Quadratmeter benötigen. Käfige in dieser Größe sind sehr teuer und meiner Meinung nach ziemlich sperrig und auf die Dauer unansehnlich. Deswegen empfehle ich zum Eigenbau zurück zu greifen oder gegebenen Falls bauen zu lassen, was mittlerweile auch sehr häufig im Internet angeboten wird.

Mein Eigenbau:

Ich habe ein Ikea-Regal genommen, das System IVAR. Hier habe ich drei Etagen mit einer breite con ca 80cm, einer Tiefe von 50cm und einer Gesamthöhe von 124cm. Das Regal habe ich noch mit Giftfreier Farbe gestrichen. Für zwei Meeris reichen 2 Etagen und ein Regalabschnitt, d.h. zwei Stützen und dazwischen ein Brett. Also die Hälfte von meinem (siehe Bild). Wer will kann gerne anfragen, dann gebe ich gerne eine Bauanleitung für 15 CHF/10 € raus. Man muss mit Materialkosten von ca. 230CHF/150 € rechnen, je nachdem wo man sein Material holt. Wer sich das selber bauen nicht zutraut, der kann das Ikearegal auch gerne von mir Meeritauglich umbauen lassen zum Preis von 300 CHF/ 200 €. Da das bauen doch ein erheblicher Aufwand ist, kostet das bauen von mir etwas mehr.

 

Außenhaltung

Hier ist wichtig zu wissen, dass man erst eine Gruppe von 3-4 Tieren draußen halten sollte. Das wichtigste beim Außengehege ist, dass es Einbruchsicher ist. Nicht die Meeris sind das Problem, da sie nicht graben, hüpfen oder Anstalten machen würden auszubrechen. Viel mehr die Tiere die von draußen in das Gehege wollen sind ein Problem, wie Fuchs, Mader, Katze, Hund etc... Sie hätten nämlich nichts gegen einen Meeribraten einzuwenden.

Das Außengehege sollte im Boden verankert werden, der Deckel muss schwer genug sein. Außerdem muss man bedenken, dass Meeris schnell einen Hitzeschlag bekommen. Sie brauchen viel Schatten und im Winter brauchen die Tierchen einen warmen Ort, sprich eine Winterkiste muss vorhanden sein die auch noch gut isoliert sein muss. Auch draußen gilt ein halber Quadratmeter pro Tier für vier Tiere also 2 Quadratmeter.

Mein Außengehege:

Es befindet sich momentan im Bau, aber auch hier gerne stelle ich ihnen Baupläne zur Verfügung gegen einen kleinen Preis von 25 CHF/15 €. Da ich momentan noch am bauen bin, kann ich den Endgültigen Materialpreis noch nicht abschätzen, aber man muss sicher mit 300 CHF/ 200 € rechnen, da die Hütte sehr aufwendig ist und man eben viele Schrauben benötigt die nicht rosten dürfen. In diesem Außengehege können vier Tiere leben. Der Auslauf wird die Maße 2m auf 1m haben, die Winterhütte ca. 1m auf 70cm.

 

Kombination von Innen-und Außenhaltung

Für diesen Fall braucht man ein Ikea-Regal und einen Auslauf der sich einfach verschieben lässt.

Auch hier gerne stelle ich die Baupläne zur Verfügung oder baue für Sie. 15 CHF/ 10 € für jeweils die Baupläne von Ikea-Regal/ Auslauf.

 

Was kommt ins Gehege?

 

Ins Gehege kommt für jedes Meeri ein Haus. Die Häuser sollten zwei Ausgänge haben damit das Häuschen nicht zur Falle wird. Dann sollte es einen etwas erhöhten Platz geben auf den man das Wasser stellt sonst ist es ständig dreckig. Muss ist ein Futternapf und eine Heuraufe. Des weiteren kann man Zweige ins Gehege tun oder Rinde. Eigentlich fast alles was man draußen finden kann. Folgende Zweige darf man ins Gehege geben:

 

Zweige

Ahorn 

Heidelbeerbusch 

Haselnussstrauch 

Apfelbaum 

Johannisbeerbusch 

Fichte 

Birke 

Kiefer 

Birnenbaum 

Linde 

Buche 

Pappel 

Erle 

Tanne 

Esche 

Weiden

 

 

 

Fütterung

 

Die Fütterung von Meeris ist eigentlich ziemlich einfach. Meeris leben in der freien Wildbahn von Gräsern und Körnern. Deswegen fressen Meeris jede Menge Heu, frisches Grad, Gemüse und Pelles. Heu und Wasser müssen immer zur Verfügung stehen, da Meeris einen Nachschiebmagen besitzen, d.h. wenn man oben was reinschiebt kommt unten was raus, schiebt man nix nach kommt auch nix raus. Der letztere Fall wäre verheerend, da das was im Magen ist weiter vor sich hinzersetzt wird und vergärt, dass das nicht gut sein kann leuchtet jedem ein. Meeris müssen also permanent fressen können. Sie sind Dauerfresser mit kleinen Nickerchen zwischen durch.

 

Futterplan:

Morgends: Heu, Wasser, Pellets

Mittags: Frischfutter (siehe Futtertabelle)

Abends: Heu und Wasser falls der Bedarf besteht nochmal nachfüllen

 

Mittags und Abends kann man auch vertauschen. Wichtig das Frischfutter darf erst gegeben werden, wenn die Meeris vorher schon viel Raufutter wie heu gefressen haben, weil sonst der Magen streikt.

 

Futterliste
Gemüse Obst Kräuter, Blätter, Blüten

Aubergine

Blattspinat

Broccoli

Chicorée

Chinakohl

Eisbergsalat

Endivien

Feldsalat

Fenchelknollen

Grünkohl/ Braunkohl

Gurken

Kohlrabi

Kopfsalat

Kürbis

Mangold

Karotten

Pastinaken

Paprika

Petersilie

Radieschenblätter

Lattich

Rote Beete

Rucola

Sellerie

Spargel

Spinat

Kohlrüben

Stielmuss

Schwarzwurzel

Tomaten

Topinambur

Zucchini

Zuckermais

Äpfel

Bananen

Birnen

Erdbeeren

Hagebutten

Heidelbeeren

Himbeeren

Brombeeren

Johannisbeeren

Kiwi

Mandarinen

Melone

Orangen

Weintrauben

Zuckermelone

Apfelsinen

Bambus

Basilikum

Brennnesselkraut

Brombeerblätter

Dill

Sonnenhut

Gänseblümchen

Giersch

Golliwoog

Gras

grünes Getreide ohne Ähren

Haselnussblätter

Hirtentäschelkraut

Johannisbeerblätter

Kamille

Kornblumenblüten

Löwenzahn

Luzerne

Malve

Melisse

Petersilie

Pfefferminzblätter

Ringelblumenblüte

Salbei

Sauerampferkraut

Schafgarbe

Sonnenblumenblüten ohne Kerne!

Spitzwegerichkraut

Vogelmiere

Kapuzinerkresse

Rotklee

    

 

 

 

 

 

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Aktualisiert

am 17. April 2010

 

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